Innovation im Testprozess: Präzision durch Roboterarm
03.03.2026
±0,05 Millimeter. Das ist die Wiederholgenauigkeit des Roboterarms, den wir in unsere Testumgebung integriert haben – präziser als die Dicke eines menschlichen Haares. Genau diese Präzision braucht es, um unser Zutrittskontrollsystem SecuriGate realitätsnah, reproduzierbar und fehlerfrei zu testen.
Realitätsnahe Automatisierung statt Schnittstellen-Simulation
Die Ausgangslage: Im Testing war das Badgen am Zutrittsleser bisher ein manueller, zeitintensiver und kaum skalierbarer End-to-End-Prozess. Die naheliegende Lösung? Den Badgevorgang direkt über eine Schnittstelle auslösen. Technisch wäre dies machbar gewesen, hätte jedoch zusätzliche Entwicklungsressourcen gebunden und den realen Ablauf verfälscht.
Stattdessen haben wir uns für die komplexere, aber deutlich effizientere Lösung entschieden: ein sechsachsiger Cobot (Collaborative Robot – ein Roboterarm für die Zusammenarbeit mit Menschen), der den Badge-Vorgang physisch durchführt und ohne Anpassungen am System auskommt.
Entwicklung zwischen Indien und der Schweiz
Hinter dieser technischen Lösung stand von Beginn an internationale Teamarbeit. Gemeinsam mit unserem Testautomation-Team in Indien wurde evaluiert, konstruiert und optimiert. Zuerst kam ein 3D-gedruckter Prototyp, um Bewegungsabläufe zu prüfen. Dann wurden alle Szenarien in einer Simulationsumgebung nachgebildet. Auf dieser Grundlage konnten Hardware und Testfälle schrittweise aufgebaut und verfeinert werden.
Die Cobot-Integration in die Testumgebung erfolgte nahtlos – dank Low-Code- und No-Code-Ansätzen sowie standardisierter Schnittstellen (OPC UA, MQTT, REST).
Automatisierung im Testbetrieb
Der Cobot übernimmt repetitive Aufgaben: Badgen, PIN-Codes eingeben, schnelle Folge-Badges mit verschiedenen Medien durchführen. Das verschafft dem Testteam Freiraum für komplexere Testszenarien und neue Funktionen. Rund die Hälfte der End-to-End-Funktionen ist bereits automatisiert, weitere folgen schrittweise.
Wirkung auf Qualität und Testtiefe
Diese Weiterentwicklung verbessert nachhaltig die Qualität und Reproduzierbarkeit unserer Tests und somit die Stabilität und Zuverlässigkeit im realen Einsatz. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie praxisnahe Innovation und internationale Zusammenarbeit dazu beitragen, komplexe Systeme zuverlässig weiterzuentwickeln.