Wasserkraftwerk Ritom: Brandschutz in versorgungsrelevantem Umfeld
Das Wasserkraftwerk Ritom der Ritom SA versorgt das öffentliche Netz und die SBB. Kürzlich wurde es um zwei neue Generatoren und einen Pumpenmotor erweitert. Für den Brandschutz bedeutete das: Integration, eine Anforderung ausserhalb der Norm und am Ende sechs statt einem Projekt.
Hoch über dem Tessiner Dorf Quinto liegt der Lago Ritom. Wer dort oben steht und auf den stillen See schaut, ahnt nicht, was das Wasser alles leistet. Es fliesst hinab ins Tal, treibt Generatoren an und erzeugt Strom – für das öffentliche Netz und für die SBB, die ihren eigenen Generator mit einer eigenen Frequenz betreibt. Und wenn mal zu viel Strom da ist? Dann bringt ein Pumpenmotor das Wasser wieder für den nächsten Durchlauf auf den Berg. Ein Kreislauf, der so selbstverständlich wirkt, dass man fast vergisst, wie clever er ist.
Integration in bestehende Systemlandschaft
Als Ritom die Anlage um ein neues Gebäude und drei neue Generatoren erweiterte, wurde Securiton in das Projekt eingebunden. Der Kunde hatte bereits unsere Schwesterfirma Contrafeu für die Trockenlöschanlagen der drei neuen Generatorenräume beauftragt. Da wir nicht nur Anlagen installieren, sondern diese auch nahtlos in bestehende Systeme integrieren, erhielten wir den Auftrag, die Brandmeldesysteme für eben diese Räume zu errichten. Was auf den ersten Blick überschaubar wirkte, erwies sich in der Umsetzung als deutlich komplexer.
Der bestehende Bau war seit Jahren mit einem Leitsystem ausgestattet. Für den Neubau war das Schutzumfeld – mit Ausnahme der drei neuen Generatorenräume – bereits geplant. Für uns bedeutete das: Integration in eine vorgegebene Systemlandschaft.
Unsere drei SecuriFire Zentralen – eine pro Generatorenraum, mit insgesamt 16 Brandmeldern, sieben Sirenen und sieben Blitzleuchten – sind so ausgelegt, dass sie ihre Signale ans bestehende Leitsystem übergeben. Für Ausgangslagen in dieser Dimension bedeutet das Nulltoleranz für Systembrüche.
Manuelle Nachflutung: Wenn der Sonderfall zur Regel wird
Eine weitere Herausforderung kam von Ritom selbst: Gewünscht wurde eine Löschanlage, die in zwei Stufen auslöst. Die automatische Erstflutung ist eine gängige Praxis. Hinzu sollte eine manuelle Nachflutung kommen, die erst möglich ist, wenn die erste vollständig abgeschlossen ist. Zwar ist diese in der Norm geregelt, in der Schweiz kommt sie jedoch nur selten zum Einsatz.
Das bedeutete, dass wir unsere interne Fachstelle mit ins Projekt einbezogen haben. Gemeinsam mit Contrafeu haben wir die gesamte Auslöselogik neu aufgesetzt – von der technischen Anforderungsanalyse über die Abstimmung mit den Normen bis zur finalen Abnahme. Eine Lösung, die es so noch nicht gab, musste für Ritom zum Standard werden. Die VKF-Abnahme hat das bestätigt.
«Was mich an diesem Projekt besonders beeindruckt hat, war die Zusammenarbeit mit Contrafeu und mit unserer internen Fachstelle. Man hat immer gemeinsam nach Lösungen gesucht. Das war bereichernd, fachlich und menschlich.»
Stefano Pizzala, Projektleiter Securiton.
Aus einem Auftrag wurden sechs
Was als einzelner Auftrag begann, entwickelte sich im Verlaufe des Projekts – durch gegenseitiges Vertrauen – zu sechs Teilprojekten.
Nach drei bestandenen Abnahmetests mit dem Kunden sowie eingehaltenen Terminen und Budgets wartet das Wasser oben im Lago Ritom geduldig, bis Ende 2026 die neuen Generatoren den Betrieb aufnehmen.
Jedes Projekt bringt seine eigenen Anforderungen mit. Erzählen Sie uns davon – wir freuen uns auf das Gespräch.